Klinergie Informationskampagne

Thema Energie- und Umweltmanagement

Wird aus Projekten um Nachhaltigkeit und aus dem Energiemanagement ein kontinuierlicher Prozess mit immer neuen Optimierungen, messbaren Einsparungen und Verbesserungen, sind Zertifizierungen eine sinnvolle und lohnende Unterstützung, um Prozesse kontinuierlich zu optimieren. Für den nachhaltigen Bau und Betrieb von Kliniken hat der VDI zudem eine Richtlinie erstellt, an der es sich zu orientieren lohnt.

VDI 5800 Nachhaltigkeit in Bau und Betrieb von Krankenhäusern

Mit dieser Richtlinie ist der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) auf die steigende Wichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit für den Bau und den Betrieb von Krankenhäusern eingegangen. Unter der Mitwirkung der Stiftung viamedica und vieler weiterer Experten wurde eine Grundlage zu der Thematik erstellt.

  • Informationen zur Richtlinie VDI 5800

    Nachhaltiges Wirtschaften im Krankenhaus bezieht sich, wie auch in anderen Unternehmen, auf die Aspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales. Im Unterschied zum produzierenden oder zum Dienstleistungsgewerbe steht die medizinische Versorgung im Mittelpunkt. Nachhaltiges Wirtschaften kann auch die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Patienten erhöhen und langfristig Betriebskosten einsparen. Die neue Richtlinie VDI 5800 Blatt 1 gibt einen modularen Überblick über die Nachhaltigkeit in Bau und Betrieb von Krankenhäusern und liefert Anregungen für mögliche Handlungsfelder. Die Richtlinie umfasst den Lebenszyklus von der Planung, dem Neu- und Umbau über die Nutzung, Instandhaltung bis zur Entsorgung.

    Zur Meldung des VDI

Energiemanagement  -  ISO 50001

Die Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach ISO 50001 wird von vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens wegen des hohen Aufwands und der Kosten bei Einführung und regelmäßiger Zertifizierung gescheut. Dabei sind die Vorteile und auch die Kosteneinsparung eines solchen Systems und des damit verbundenen Prozesses einer stetigen Optimierung belegt. In der Industrie ist die ISO 50001 Zertifizierung ein gängiger Standard.

Umweltmanagement - ISO 14001

Die Umweltmanagementsystemnorm ISO 14001 ist der weltweit akzeptierte und angewendete Standard für Umweltmanagementsysteme. Die Norm wurde 1996 von der Internationalen Organisation für Normung veröffentlicht und zuletzt im Jahr 2015 novelliert. Bislang haben sich bereits eine Reihe von Einrichtungen und Kliniken mit diesem Zertifikat erfolgreich auszeichnen lassen.  

  • Informationen zu ISO 14001

    Die internationale Norm legt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest, mit dem eine Organisation ihre Umweltleistung verbessern, rechtliche und sonstige Verpflichtungen erfüllen und Umweltziele erreichen kann. Die zentralen Elemente der ISO 14001 sind:

     

    • Planung: Festlegung von Umweltzielen und entsprechenden Maßnahmen, Zuständigkeiten und Verfahrensweisen
    • Durchführung: Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und Verfahrensweisen
    • Kontrolle: Überprüfung der Zuständigkeiten und Verfahrensweisen sowie der Maßnahmen im Hinblick auf die Umweltziele und die Umweltleitlinien (sog. „Umweltpolitik“) der Organisation
    • Verbesserung: Anpassung der Zuständigkeiten, Verfahren und Maßnahmen sowie ggf. auch der Umweltziele und Umweltleitlinien

     

    Die ISO 14001 ist auf Organisationen jeder Art und Größe sowie auf unterschiedliche geografische, kulturelle, soziale oder ökologische Bedingungen anwendbar. Sie legt allerdings keine absoluten Anforderungen für die Umweltleistung fest. So können zwei Organisationen, die ähnliche Tätigkeiten ausüben, aber unterschiedliche Umweltleistung zeigen, dennoch beide die Anforderungen der ISO 14001 erfüllen.

    Weitere Informationen

EMAS „Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung“

Das Zertifikat bietet den Einrichtungen und Unternehmen des Gesundheitswesens ein solides Fundament um kontinuierlich den Prozess der Nachhaltigkeit zu begleiten und zu optimieren.

  • Informationen zu EMAS

    Das Umweltmanagementsystem (UMS) soll Organisationen unterstützen, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Und zwar, indem Umweltauswirkungen systematisch erfasst werden. Denn die jeweiligen Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen jeder Organisation wirken auf die Umwelt ein. Bei der Erfassung der Umweltauswirkungen spielen Mitarbeiter*innen eine ebenso wichtige Rolle wie die Geschäftsleitung. Die Beschäftigten kennen ihren Arbeitsbereich und dessen Herausforderungen genau - und Geschäftsleitungen können Veränderungen einleiten und fördern. So funktioniert EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), das anspruchsvollste UMS weltweit.

    In die EMAS-Verordnung sind die Anforderungen der neuen internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001:2015 integriert. Einzelne Merkmale von EMAS gehen über die von der Norm hinaus. © UGA-Geschäftsstelle

    Weitere Informationen zu EMAS

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V ist eine Non-Profit- und Nichtregierungsorganisation, deren Aufgabe es ist, Wege und Lösungen für nachhaltiges Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken zu entwickeln und zu fördern. Das von ihr entwickelte DGNB System zieht den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes mit in ihre Bewertung und dient damit als Grundlage für nachhaltiges  Handeln.

(Bild: DGNB System)

  • Informationen zum DGNB System

    Ziel des DGNB ist die Transformation des Bau- und Immobilienmarktes hin zu einem angemessenen Qualitätsverständnis als Grundlage für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln. Auch einige Klinikbetreiber sind den anspruchsvollen Auflagen gefolgt und haben ihre neu errichteten Häuser mit diesem Label auszeichnen lassen.

    Das DGNB Zertifizierungssystem ist im Vergleich zu den anderen internationalen Zertifizierungssystemen das System der zweiten Generation: Die Bewertungsgrundlage basiert nicht nur auf ökologischen Aspekten, sondern auf einer ganzheitlichen Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes bzw. Stadtquartiers.

    Ökonomisch interessant: Nachhaltige Gebäude sind werthaltiger bei geringeren Betriebs- und Unterhaltskosten. So weisen Untersuchungen darauf hin, dass sich mit nachhaltigen Gebäuden Leerstandsrisiken minimieren und Mieterträge erhöhen lassen. Das führt wiederum zu einem besseren Markt- und höheren Wiederverkaufswert der Immobilie. Nachhaltiges Bauen ist daher Werttreiber und kein Kostentreiber. Das zeigt auch eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Drees & Sommer: Der finanzielle Mehraufwand für eine DGNB Zertifizierung bewegt sich bei den Baukosten zwischen null bis vier Prozent. Die Mehrkosten für Planung und Beratung liegen sogar bei unter 0,5 %.

    Mehr Lebensqualität und weniger Nebenkosten

    • Gesunde Nutzer: Das DGNB System berücksichtigt das Wohlbefinden und die Gesundheit der Gebäudenutzer, Krankenstände werden dadurch minimiert.
    • Nutzer profitieren: Das DGNB System hat von Anfang an den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes im Blick und fördert dadurch geringere Kosten und Prozessoptimierungen im Betrieb. So können Nebenkosten durch eine nachhaltige Planung langfristig reduziert werden.
    • Für die nächsten Generationen: DGNB zertifizierte Gebäude sind ressourcenschonend gebaut, tragen weniger zu Treibhausemissionen bei und können großteils dem Rohstoffkreislauf wieder zurückgeführt werden. Zudem tragen sie zu einer Reduktion des Abfallaufkommens bei. Damit schützen sie aktiv unsere Umwelt.

    Weitere Informationen zu DGNB

Hinweis

An dieser Stelle möchten wir klar stellen, dass wir keine Gewähr für die Aktualität und für die Richtigkeit der vorgestellten Themen geben können. Es handelt sich an dieser Stelle um von viamedica recherchierte und aufbereitete Informationen. Die Information über mögliche Technologien oder Prozesse ersetzt niemals die individuelle Beratung durch Fachleute und Berater*innen.