Das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene (IUK)

Vorgeschichte

Als Gründer und langjährigem Leiter des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene schwebte Prof. Daschner die Realisierung eines ökologischen Institutsgebäudes vor, dem ein innovatives ökologisches Energie- und Technikkonzept zugrunde liegen sollte. Zum einen sollte damit ein Gebäude geschaffen werden, in dem die zahlreichen Abteilungen des Instituts, die an sechs verschiedenen Standorten des Universitätsklinikums in Freiburg untergebracht waren, zusammengefasst werden konnten. Zum anderen sollte die inhaltliche Arbeit mit einem ökologischen Gebäude auch nach außen demonstriert werden.

Auf seine Initiative hin wurde in zahlreichen Gesprächen mit vielfältigen Partnern die Idee des ökologischen Institutsneubaus konkretisiert und schließlich unter Leitung des Universitätsbauamtes mit dem Land Baden-Württemberg als Bauherr auch realisiert. Der Entwurf ging als 1. Preis aus einem interdisziplinären Wettbewerb von Architekten und Ingenieuren hervor, der an das Architekturbüro Pfeifer und Kuhn aus Freiburg vergeben wurde. Vorgabe des Wettbewerbs war: Planung eines beispielhaften ökologischen Laborgebäudes zum Preis eines herkömmlichen Laborgebäudes.

Das Gebäude

Der viergeschossige dreibündige Gebäuderiegel, der zur so genannten Institutsspange entlang der Breisacher Straße gehört, ist in unterschiedliche Zonen eingeteilt:

  • der Labortrakt ist nach Norden ausgerichtet, die Versorgungsschächte sind der Fassade vorgelagert.
  • In der Mittelzone befinden sich innere Erschließungs- und Versorgungsbereiche sowie Luftschächte.
  • Der Bürotrakt liegt nach Süden hinter einer dreigeschossig verglasten Doppelfassade mit integrierten Brettstapeln und ist um drei geschossübergreifende Wintergärten als Großraumzone angeordnet.

Die Brettstapel bilden in 20 cm hinter der äußeren Glasfassade eine durchgehende Wand, die durch Fensterbänder und drei gebäudehohe, verglaste Einschnitte – Wintergärten – gegliedert ist. Die Wintergärten sind Teil des Energiekonzeptes. Sie fungieren durch eine Vernetzung mit Luftkollektoren und den Speichermassen der Außenwände aus Brettstapelwänden als so genannte Energiegärten, die auch der Belichtung dienen und mit ihrer Bepflanzung zum Raumklima beitragen.

Das Energiekonzept

Das Energiekonzept geht grundsätzlich von einer Optimierung passiver Energiegewinne aus und basiert im Wesentlichen auf Nutzung der Erdwärme bzw. Erdkälte, der solaren Energien sowie der Speichermassen.

In der Bürozone entsteht durch eine Erwärmung der Brettstapel durch die Sonne in dem Hohlraum zur Außenverglasung ein Aufwind, der im Winter direkt zur Vorwärmung der Frischluft verwendet wird. Im Sommer fungiert die Sogwirkung als direkte Belüftung und erspart so Ventilatoren. Für die Laborzone ist eine Zu- und Abluftführung notwendig.

Ein Erdregister – eine Wasser durchflossene Rohrschlange unter dem Gebäude – nutzt die oberflächennahe Erdwärme zur Temperierung: im Sommer ist das Erdreich kälter, im Winter wärmer als die Außenluft. Die wassergeführten Register durchlaufen auch die massiven, unverkleideten Stahlbetondecken und fungieren als Betonkernaktivierung: das jeweils gekühlte bzw. vorgewärmte Wasser in den Registern unterstützt ein angenehmes Raumklima, indem es das das gesamte Gebäude entweder kühlt bzw. erwärmt, da die massiven Decken eine gute Speicherfähigkeit haben.

Mit dieser Energietechnik kann ganzjährig eine natürliche Belüftung gewährleistet und die Betriebskosten gesenkt werden. Denn durch die geschickte Luftführung ist der Energieaufwand für die Haustechnik minimal. Zusätzlich ist das Gebäude mit einer Regenwassernutzung ausgestattet.

Im obersten Geschoss befindet sich ein von viamedica ausgestatteter und nach ihr benannter Seminarraum.

Fakten

Bauherr: Land Baden-Württemberg

Projektleitung: Universitätsbauamt Freiburg

Architekten:
pfeifer kuhn architekten, Freiburg
Technische Gebäudeausrüstung: Ingenieurbüro für Versorgungstechnik Kuder, Flein Kybernetik,

Energiekonzept:
Delzer Kybernetik, Lörrach

Nutzfläche:
Rund 2.000 qm

Kosten:
9,2 Millionen Euro. Sie wurden je zur Hälfte vom Bund und vom Universitätsklinikum Freiburg getragen. Der Innovationsfonds der badenova AG hat das Gebäude mit 200.000 Euro gefördert. Weitere Sponsoren sind die Stadt Freiburg, Foamglas sowie die Stiftung viamedica.