Hygiene im Krankenhaus

Optimale Hygiene im Krankenhaus ist unerlässlich für die Gesundung von Patienten, v.a. wenn deren Immunsystem durch Therapiemaßnahmen geschwächt wird. Dies ist ganz besonders der Fall bei Patienten nach Knochenmark-transplantationen, die häufig wochenlang weitestgehend isoliert von ihren Angehörigen in Einzelzimmern liegen müssen.
In vielen Kliniken haben Kinder unter 12 Jahren keinen Zutritt, die Patienten dürfen keinen Kontakt zu anderen Patienten haben, das Nahrungsmittelangebot ist eingeschränkt, Tag und Nacht bläst eine Klimaanlage, die Fenster dürfen nicht geöffnet werden. Es stellt sich die Frage, ob solch drastische Einschränkungen tatsächlich notwendig sind und die Lebensqualität der Patienten durch weniger strikte Auflagen nicht erhöht werden kann.

viamedica hat daher zusammen mit der Robert-Bosch-Stiftung eine Studie am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene gefördert, deren Zweck es war, die aktuell praktizierten Hygienemaßnahmen zu erheben. Dazu wurde 2004 eine Umfrage an 61 deutschen, österreichischen und schweizerischen hämatologisch-onkologischen Zentren durchgeführt. Es zeigte sich, dass einige Maßnahmen standardmäßig in allen Zentren durchgeführt werden, wie z.B. Einzelzimmer für Patienten und spezielle Wasserfilter in den Leitungen. Unterschiedlich werden Auflagen im Umgang zwischen Personal und Patient, Gesichtsmasken für den Patienten bei Verlassen des Zimmers sowie Auflagen bei Besuchern von außerhalb gehandhabt.

Zusätzlich zur Umfrage wurde eine Analyse der neuesten wissenschaftlichen Literatur durchgeführt, inwieweit die Wirksamkeit der verschiedenen Hygienemaßnahmen wissenschaftlich nachgewiesen ist. Aus den Ergebnissen der Umfrage und der Literaturanalyse wurde ein Hygieneleitfaden entwickelt.

Weitere Studien sind notwendig, um die Notwendigkeit der strengsten Vorschriften zu überprüfen. Die Stiftung viamedica möchte im Interesse der Patienten und auch der Umwelt drastische Hygienemaßnahmen auf ein notwendiges Minimum reduzieren. Es sind daher auch in Zukunft Studien und Projekte vorgesehen, die die Frage der Notwendigkeit von Maßnahmen detaillierter beleuchten.